Ich meine, bisschen merkwürdig, dass wir uns all die Jahre eine Armee gönnten, die scheinbar nichts kann, aber gut.
Aber sagt man nicht mehr “verteidigungstüchtig” im Verteidigungsministerium, hm? Haben wir die Epoche des Neusprechs hinter uns gelassen?
der Begriff “kriegstüchtigkeit” geht meiner Erfahrung nach darauf ein, dass die Jahre des Friedens - Dank gewisser, verrückter Diktatoren, die sich nicht mehr an gesellschaftliche Normen halten wollen (Himmelsrichtung darf man sich aussuchen) - ein Ablaufdatum haben und gerade Deutschland, in dem der Extremo-Pazifismus (nicht zu verwechseln mit dem “normalen” Pazifismus, bei dem man lediglich sagt, dass man selbst nicht Aggressor ist, sich aber durchaus wehrt - sondern eben, im Gegenteil, so ein devoter Typ Mensch ist, der sich nichtmal wehren würde, wenn die eigene Mutter vor den eigenen Augen mit der Waffe bedroht oder gar erschossen wird) SEHR stark verbreitet ist (man denke an die BSW-Spinner mit den Friedenstauben), dass es einen DEUTLICHEN Weckruf braucht, um sich der neuen Wirklichkeit zu stellen.
Es gilt halt, wie schon seit jeher: “Si vis pacem - para bellum.”
Kriegstüchtig war der Begriff den Pistorius geprägt hat und mit dem er die Gesellschaft wachrütteln wollte. Und er hat ihn erstmals vor 2 Jahren verwendet
Wenn wir erst jetzt anfangen würden, und dann gleich mit Pflicht, hätten wir den Vorteil dass unsere Bundeswehr mit durchschnittlichen Menschen gefüllt wäre und nicht nur mit Nazis. Aus der jetzigen Bundeswehr was vernünftiges zu machen wird schwer.
Das ist halt das Ergebnis davon wenn man den Fokus einer Armee weg von Landesverteidigung hin zu
kolonialen Abenteuern“Terrorbekämpfung” verlegt. Die Bundeswehr der 60er - 90er war durchaus schlagkräftig…
Ich habe noch keine Definition des Wortes “kriegstüchtig” gelesen. Vielleicht mag Herr Pistorius einmal erläutern, was genau damit gemeint ist.
Man kann es nachlesen, es gibt Aussagen welches Material angeschafft werden soll und wieviel Personal benötigt wird. Damit glaubt oder hofft man kriegstüchtig zu werden. Ob es dann stimmt, wer weiß und hoffentlich werden wir es auch nicht herausfinden.
Anschaffungen schön und gut. Meine Neugier gilt eher dem befürchteten Szenario (oder Szenarien). Ich würde mich besser fühlen, wenn direkt kommuniziert wird, welche Fälle gemeint sein könnten.
Perfektes Timing, dann hat die neue AfD-Regierung direkt ihre Wehrmacht und kann ans Werk gehen. Danke Boris. /s
Eine AfD Regierung würde aber die Bundeswehr nicht unbedingt benötigen. Bei den Russlandkontakten kann man davon ausgehen, dass die weitgehend auf einer Linie liegen würden. Auch die momentane amerikanische Administration wäre mit dieser Regierung wohl sehr zufrieden, die können dann schließlich „Europa wieder groß machen“, wie man in der nationalen Sicherheitsstrategie nachlesen kann. Die regelmäßigen Reisen nach China würden auch hier für eine gute Zusammenarbeit sprechen. Mit dem
FNRN versteht man sich auch gut, ebenso mit Herrn Farage oder beispielsweise Stephen Yaxley-Lennon aka Tommy Robinson. Wobei da auch Meinungsverschiedenheiten sein könnten. Denen geht die AfD vielleicht etwas zu weit, vielleicht geben die aber auch nur besser vor die „bürgerliche Mitte“ vertreten zu wollen.Naja, Autokraten benötigen immer eine Armee. Ggf. halt, um ihre eigene Bevölkerung zu bedrohen.
Die Bundeswehr wäre wohl fähig, die eigene Bevölkerung zu bedrohen. Aber du hast natürlich auch recht, Autokraten haben oft oder vielleicht auch immer einen Hang zum Martialischen und bevorzugen eine möglichst sichtbar starke Armee.
bis 2029
Sollte mal jemand Putin Bescheid sagen?
/s
Ich denke es wäre theoretisch durchaus machbar bis zum Ende des Jahres kriegstüchtig zu werden - wenn man komplett einen feuchten auf die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen gäbe. Für so ein Hauruckprogramm wird die Bedrohung durch Putin und Trump in der Bevölkerung wohl auch als zu abstrakt wahrgenommen.
edit:
Ergänzender Gedanke: Abseits von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen könnte ich mir auch vorstellen, dass ein zu schnelles Aufrüsten Putin (oder Trump) in Zugzwang bringen und die Bereitschaft zu einer schnellen Entscheidung erzwingen könnte.
Wie könnte Putin einen Krieg gegen Europa gewinnen? Was ist die strategische Lücke durch die wir gegen Russland verlieren?
Ich denke mal am ehesten in einem Szenario wie es im kalten Krieg vorhergesehen wurde: Schnelles Vorrücken unter Einsatz taktischer Nuklearwaffen. Ob der nukleare Schutzschirm seitens der Amis noch Bestand hat würde ich jetzt einfach mal unter “fragwürdig” einordnen, und ob Franzosen und / oder Briten einen nuklearen Schlagabtausch riskieren wenn es “nur” um die Rückeroberung ehemalige Sowjetstaaten geht…
Haben die Russen Luftüberlegenheit?
In einem Szenario in dem die Amis raus sind und munter taktische Kernwaffen eingesetzt werden ist das durchaus denkbar.
Denkbar ist alles. Es fehlen leider die Informationen, was die Realität ist.
Indien hat letztens wahrscheinlich ein französisches Flugzeug durch eine chinesische Rakete verloren. Westliche Technik ist nicht mehr automatisch besser.
Andererseits sollten westliche AA Raketen zumindest den russischen überlegen sein.
Mich stört, dass dies das wichtigste Thema zur Beurteilung der Lage ist, es dazu aber nur Seiten gibt, die die Anzahl der Flugzeuge aller Länder zählen.
Das wird sich vermutlich auch nie sicher sagen lassen. Vieles unterliegt schließlich der Geheimhaltung, niemand wird zugeben wollen, ein Aggressor könnte die eigene Armee schlagen, schon gar nicht mit welchen Mitteln das möglich wäre. Hinzu kommt, dass man zwar mit Manövern und Szenaren üben und überlegen kann, wie ein Konflikt ausgehen würde, aber sicher ist es trotzdem keinesfalls. Russland hätte vielleicht auf einen Angriff verzichtet, wenn sie gewusst hätten, dass die Ukraine nicht kollabieren und sich Selenskyj nicht nach Westeuropa oder in die USA absetzen würde. Sicherlich war man sich im Generalstab sicher, die Ukraine schnell und mit den vorhandenen Kräften überwältigen zu können. Und tatsächlich hat sich die Annahme dann als falsch erwiesen, man hatte wohl den Kampfwert der eigenen Kräfte überschätzt, die Moral und Entschlossenheit der Ukraine unterschätzt. Das alleine die Kampfkraft nicht Ausschlag gebend sein kann, lässt sich auch an Kriegen wie der UdSSR in Afghanistan, zuvor der Franzosen und Amerikaner in Vietnam und genug anderen Beispielen ablesen. Auch können Faktoren wie Korruption eine Rolle spielen, wieviele Panzer wurden gekauft, sind die tatsächlich einsatzbereit, gibt’s genug Munition, Treibstoff, gibt es genug Einheiten, um die tatsächlichen Kampfeinheiten zu versorgen etc. Das kann auch auf dem Papier besser aussehen, als in der Realität. Bei der Bundeswehr würden immer noch nicht alle Einheiten voll ausgestattet werden können, da schlicht nicht genug Material beschafft wurde. Das ändert sich jetzt langsam.
Es fehlen leider die Informationen, was die Realität ist.
Das wird leider oft erst im Nachhinein wirklich klar, wenn Historiker sorgfältig sezieren, was wo warum wie schiefgegangen ist, bis sie die Entscheidungsträger ihrer Zeit solange mit Ermahnungen gequält haben, dass ihnen wieder die Budgets gestrichen werden.



