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Cake day: June 23rd, 2024

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  • Befürchtet wird unter anderem etwas ähnliches wie in der Ukraine, nur in einem oder mehreren baltischen Staaten. Auch dort gibt es russischsprachige und -stämmige Bevölkerung, zu deren „Schutz“ man einmarschieren würde. Falls das passieren würden, würden man sicherlich den Artikel 5 der NATO auslösen, sofern einstimmig beschlossen.

    Unabhängig von der eigenen Haltung zur Armee, solle man sich imho mit Sicherheitspolitik auseinander setzen. Die innere und äußere Sicherheit ist eine Kernaufgabe des Staats und geht in meinen Augen jeden Staatsbürger etwas an. In einem anderen Kommentar habe ich auf „Streitkräfte und Strategien“ und „Was tun, Herr General?“ hingewiesen. Beispielsweise wird dort auf aktuelle Entwicklungen eingegangen, Hintergründe beleuchtet und erklärt. Man muss dem Gesagten nicht beipflichten oder zustimmen, aber man kann sich dort einen Einblick verschaffen. Es gibt auch weitere Podcasts und Journalisten oder Historiker beispielsweise, die sich mit diesem Gebiet auseinander setzen.


  • Ich weiß nicht genau welche Daten du jetzt meinst. Ich will nur ein Beispiel bringen, ein Kampfpanzer benötigt hunderte Liter Kraftstoff und entsprechend Munition pro Tag, die Besatzung muss versorgt werden (Essen, Hygiene, etc.). Selbst wenn ich weiß, über wieviele Panzer ein Land verfügt, kann ich immer noch keine gute Einschätzung geben, wieviele und wie lange sie einsetzbar sind. Die ganze Logistik unterliegt einer Alterung, es kann Korruption geben z.B. werden neue „Dinge“ abgezweigt, während die veralteten im Lager verbleiben etc. Das sind alles Zahlen, die nicht verfügbar sind und sich schlecht einsehen lassen. Selbst für die eigene Armee, geschweige denn von außen. Ich denke nach wie vor, dass Einschätzungen immer fehlerbehaftet sind und das Beste was möglich ist schon jetzt in freien Medien verfügbar ist.

    Ich weiß nicht, was geplant war, aber ich glaube schon, dass ein schneller Krieg geplant war. Die Truppen kamen direkt aus einem Manöver und sollten offiziell zurück in die Kasernen. Stattdessen stand sie dann in einer endlosen Schlange auf der Straße in der Ukraine. Der Flugplatz in Kyjiw konnte nicht erobert werden und der Nachschub kam ins Stocken. Vermutlich war man nicht darauf vorbereitet, die Einheiten solange im Feld zu lassen. Ich halte es für vorstellbar, dass etwas ähnliches wie in Venezuela, nur ohne Besatzungstruppen, geplant war. Die Regierung sollte mit einer Kommandoaktion festgesetzt oder dann hingerichtet werden, der Staat und die Armee kollabieren und Besatzungstruppen rücken ohne großen Widerstand nach. Zumindest deutet das Vorgehen in den ersten Kriegszügen imho darauf hin. Erst mit Scheitern der Aktion wurde neu geplant. Ob die Einschätzung so stimmt, keine Ahnung.





  • Zeitungen könnten Offiziere unbeteiligter Staaten bezahlen, um aufgrund der öffentlichen Daten eine grundlegende Bewertung vorzunehmen.

    Das passiert doch auch. BeispielsweiseOberst Resner vom österreichischem Bundesheer, General a.D. Bühlerbeim MDR Podcast „Was tun, Herr General?“, der NDR sendet seit Jahrzehnten „Streitkräfte und Strategien“, der Historiker Neitzel, Niko Langeund noch weitere. Die Militärs unterliegen aber einer Geheimhaltungspflicht, wenn nicht mehr aktiv, verfügen sie (meist) nicht mehr über aktuelle Geheiminformationen.

    Und selbst der russische Generalstab mit allen Ressourcen und verfügbaren Informationen hat vermutlich die Lage falsch einschätzt. Eine Redaktion wird das auch nicht alles leisten können.

    Aktuell berichten die Medien von inkompetenten, schlecht ausgerüsteten Russen in der Ukraine aber auch von einer existentiellen russischen Gefahr für Europa.

    Die russische Armee ist nicht inkompetent. Darüberhinaus sind nicht alle Einheiten in der Ukraine aktiv, es können sehr wohl Einheiten in der Ukraine schlecht aufgestellt sein und trotzdem noch gut ausgestattete Einheiten in der Reserve sein.


  • Das wird sich vermutlich auch nie sicher sagen lassen. Vieles unterliegt schließlich der Geheimhaltung, niemand wird zugeben wollen, ein Aggressor könnte die eigene Armee schlagen, schon gar nicht mit welchen Mitteln das möglich wäre. Hinzu kommt, dass man zwar mit Manövern und Szenaren üben und überlegen kann, wie ein Konflikt ausgehen würde, aber sicher ist es trotzdem keinesfalls. Russland hätte vielleicht auf einen Angriff verzichtet, wenn sie gewusst hätten, dass die Ukraine nicht kollabieren und sich Selenskyj nicht nach Westeuropa oder in die USA absetzen würde. Sicherlich war man sich im Generalstab sicher, die Ukraine schnell und mit den vorhandenen Kräften überwältigen zu können. Und tatsächlich hat sich die Annahme dann als falsch erwiesen, man hatte wohl den Kampfwert der eigenen Kräfte überschätzt, die Moral und Entschlossenheit der Ukraine unterschätzt. Das alleine die Kampfkraft nicht Ausschlag gebend sein kann, lässt sich auch an Kriegen wie der UdSSR in Afghanistan, zuvor der Franzosen und Amerikaner in Vietnam und genug anderen Beispielen ablesen. Auch können Faktoren wie Korruption eine Rolle spielen, wieviele Panzer wurden gekauft, sind die tatsächlich einsatzbereit, gibt’s genug Munition, Treibstoff, gibt es genug Einheiten, um die tatsächlichen Kampfeinheiten zu versorgen etc. Das kann auch auf dem Papier besser aussehen, als in der Realität. Bei der Bundeswehr würden immer noch nicht alle Einheiten voll ausgestattet werden können, da schlicht nicht genug Material beschafft wurde. Das ändert sich jetzt langsam.


  • Eine AfD Regierung würde aber die Bundeswehr nicht unbedingt benötigen. Bei den Russlandkontakten kann man davon ausgehen, dass die weitgehend auf einer Linie liegen würden. Auch die momentane amerikanische Administration wäre mit dieser Regierung wohl sehr zufrieden, die können dann schließlich „Europa wieder groß machen“, wie man in der nationalen Sicherheitsstrategie nachlesen kann. Die regelmäßigen Reisen nach China würden auch hier für eine gute Zusammenarbeit sprechen. Mit dem FN RN versteht man sich auch gut, ebenso mit Herrn Farage oder beispielsweise Stephen Yaxley-Lennon aka Tommy Robinson. Wobei da auch Meinungsverschiedenheiten sein könnten. Denen geht die AfD vielleicht etwas zu weit, vielleicht geben die aber auch nur besser vor die „bürgerliche Mitte“ vertreten zu wollen.