

Ich weiß nicht genau welche Daten du jetzt meinst. Ich will nur ein Beispiel bringen, ein Kampfpanzer benötigt hunderte Liter Kraftstoff und entsprechend Munition pro Tag, die Besatzung muss versorgt werden (Essen, Hygiene, etc.). Selbst wenn ich weiß, über wieviele Panzer ein Land verfügt, kann ich immer noch keine gute Einschätzung geben, wieviele und wie lange sie einsetzbar sind. Die ganze Logistik unterliegt einer Alterung, es kann Korruption geben z.B. werden neue „Dinge“ abgezweigt, während die veralteten im Lager verbleiben etc. Das sind alles Zahlen, die nicht verfügbar sind und sich schlecht einsehen lassen. Selbst für die eigene Armee, geschweige denn von außen. Ich denke nach wie vor, dass Einschätzungen immer fehlerbehaftet sind und das Beste was möglich ist schon jetzt in freien Medien verfügbar ist.
Ich weiß nicht, was geplant war, aber ich glaube schon, dass ein schneller Krieg geplant war. Die Truppen kamen direkt aus einem Manöver und sollten offiziell zurück in die Kasernen. Stattdessen stand sie dann in einer endlosen Schlange auf der Straße in der Ukraine. Der Flugplatz in Kyjiw konnte nicht erobert werden und der Nachschub kam ins Stocken. Vermutlich war man nicht darauf vorbereitet, die Einheiten solange im Feld zu lassen. Ich halte es für vorstellbar, dass etwas ähnliches wie in Venezuela, nur ohne Besatzungstruppen, geplant war. Die Regierung sollte mit einer Kommandoaktion festgesetzt oder dann hingerichtet werden, der Staat und die Armee kollabieren und Besatzungstruppen rücken ohne großen Widerstand nach. Zumindest deutet das Vorgehen in den ersten Kriegszügen imho darauf hin. Erst mit Scheitern der Aktion wurde neu geplant. Ob die Einschätzung so stimmt, keine Ahnung.
Befürchtet wird unter anderem etwas ähnliches wie in der Ukraine, nur in einem oder mehreren baltischen Staaten. Auch dort gibt es russischsprachige und -stämmige Bevölkerung, zu deren „Schutz“ man einmarschieren würde. Falls das passieren würden, würden man sicherlich den Artikel 5 der NATO auslösen, sofern einstimmig beschlossen.
Unabhängig von der eigenen Haltung zur Armee, solle man sich imho mit Sicherheitspolitik auseinander setzen. Die innere und äußere Sicherheit ist eine Kernaufgabe des Staats und geht in meinen Augen jeden Staatsbürger etwas an. In einem anderen Kommentar habe ich auf „Streitkräfte und Strategien“ und „Was tun, Herr General?“ hingewiesen. Beispielsweise wird dort auf aktuelle Entwicklungen eingegangen, Hintergründe beleuchtet und erklärt. Man muss dem Gesagten nicht beipflichten oder zustimmen, aber man kann sich dort einen Einblick verschaffen. Es gibt auch weitere Podcasts und Journalisten oder Historiker beispielsweise, die sich mit diesem Gebiet auseinander setzen.