Oh Gott, ja!!
Das nervt mich auch seit Ewigkeiten.
Der primäre Zweck von Straßennamen ist die eindeutige Orientierung. Die Bedienung irgendwelcher Eitelkeiten ist allenfalls netter Nebeneffekt.
“bischöflich-geistlicher-rat-josef-zinnbauer-straße” -> “Zinnbauerstraße” und fertig.
Das geht ja sogar noch eine Ebene tiefer: Es macht ja Sinn, dass Straßen so benannt sind, dass sie als Orientierung dienen. Dass eine “Münchener Straße” in Richtung München führt und die “Nachbardorf Straße” ins Nachbardorf. Oder dass die “Vorstadtstraße” in die Vorstadt führt und die Bahnhofsstraße irgendwie am Bahnhof ist. Und so unsexy “Autobahnzubringer Nord” oder “Umgehungsstraße West” sind, man weiß sofort, was Sache ist. Bei “Marie-Curie-Allee” und “Bürgermeister-Hempel-Piste” ist das nicht der Fall. Mit einem guten Benennungsschema fasst man z.B. die Straßen in einem bestimmten Viertel in einem Schema zusammen. Dann hast du das “Vogelviertel” und in dem gibt es den Amselweg, den Meisenweg, die Adlerstraße und so weiter. Dann kannst du als Bewohner sofort davon ausgehen, dass jemand, der in der Buchfinkgasse wohnt, in diesem Viertel wohnt. Benennung nach Personen hingegen ist in den allermeisten Fällen harter Quatsch.
guten Benennungsschema fasst man z.B. die Straßen in einem bestimmten Viertel in einem Schema zusammen
Ich liebe diese Idee. Was jetzt Postleitzahlgebiete sind danach umzubenennen wäre so cool. Statt irgendwelchen mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten, einfach mal nach etwas benennen, was die Natur schon gibt.
Vogelbezirk, Obstbezirk, Gemüsebezirk, Metallbezirk, Edelsteinbezirk, Fischbezirk, und so weiter. Mir würde das gefallen. Und am liebsten mit kleinen Silhouetten oder Pictogrammen um gerade bei selteneren Spezien die Neugierde zu wecken.
Weiterer Vorteil: es ist super unwahrscheinlich, das man irgendwann herausfindet, dass die Amseln einen nicht unerheblichen Beitrag zum NS-Regime geleistet haben und daher die Straße jetzt umbenannt werden muss.
Musste an diesen Blogpost von Stefan Kaufmann denken.
Da hat man ihn doch direkt wieder in der Nase, diesen unverkennbaren Geruch: Neuland
Hmm. Warum Namen? Lasst uns gleich durchnummerieren.
Ja, das stört mich fast so sehr wie die Tatsache, dass die auf dieser Webseite einfach keine Großbuchstaben zu kennen scheinen.
Jetzt interessiert mich, wie viele Formulare für Adressen explizit oder insgeheim eine Längenbegrenzung haben.
Ich hab in analogen Zeiten mal in einer “Generaloberst-Beck-Straße” mit 25 Zeichen gewohnt und da ist man auf diversen Papierformularen schon in Fiesematenten gekommen. Den gleichen Spaß hast du übrigens da auch mit Namensfeldern. Bei mir hat es meistens gepasst, aber mit einem etwas längeren Vornamen würde es an diversen Stellen eng.
man hofft, die fiesen Matenten haben dir damals nicht allzu viele Bredouillen gemacht
Alle, denke ich (außer einigen fehlerhaften).
Adressen werden real auf Briefumschläge gedruckt und dort ist der Platz ja auch irgendwann zu Ende.
Man kann auf Briefumschlägen ja umbrechen. Das macht dann bestimmt die DIN-Polizei wütend, aber funktioniert zumindest.
Und? Wird der Platz dadurch unbegrenzt?
Nein, aber es kommt für alle praktischen Anwendungen nah genug heran.
Unsere Briefe von der örtlichen Autowerkstatt kommen immer zu den Leuten in der Hausnummer 1, weil die 2. Zahl abgeschnitten wird aufgrund des langen Straßennamens.
*2. Ziffer
Kürzt man halt im Alltag ab. Straße der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft -> DSF.
Heißen die nicht seit ner ganzen Weile schon Sport1? Ü
Schwachsinn.
Millionen Theresas, aber 1 Mutter Theresa.
Millionen Hubers, aber 1 Professor Huber.Ich wohne auch in so einer Straße wo man einfach nur den Nachnamen der Person genommen hat, und wirklich alle denken da erstmal an den Falschen, weil vor einigen Jahren auch mal ein Politiker den selben Namen hatte. Ärgert mich selber auch weil ich den auch nicht leiden konnte. Der eigentliche Namensgeber hatte eine recht coole Story, aber niemand kennt ihn und ohne Vornamen kann man ihn auch nicht gut googlen (wg. dem besagten Politiker). Von daher bin ich leicht auf der Seite der längeren Namen. Absurd lang muss natürlich nicht sein.
In einigen Städten hängt dann noch eine Tafel unter dem Straßenschild. Geburts- und Sterbejahr, voller Name und was die Person so gemacht hat. Finde ich eigentlich sehr schön.
Das ist richtig, aber bei einzelnen der genannten Beispiele kann man sich schon fragen, ob sie nicht auch kürzer hätten ausfallen dürfen, ob z.B. statt bischöflich-geistlicher-rat-josef-zinnbauer-straße es nicht auch josef-zinnbauer-straße getan hätte.
Witzigerweise gibt es einen Fußballspieler und -trainer “Josef Zinnbauer”: https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Zinnbauer
Ganz ehrlich: wo ist das Problem?
Eine ‘Huberstraße’ reicht doch völlig aus, so lange nicht in der Nachbarschaft seine halbe Sippschaft ebenfalls mit Straßen bedacht wird.
So lange jeder weiß, wo er hin muss, wenn er zur ‘Huberstraße 14’ in 12345 Ort will, erfüllt dieser Name seinen Zweck.
Wer wirklich wissen will, welcher Huber denn hier verewigt wurde, hat diese kleinen Erläuterungsschilder darüber oder darunter, die ihm all das verraten. Kann auch spannend sein, da auf Spurensuche zu gehen. Für den Alltagsgebrauch des Straßennamens ist die Info aber komplett irrelevant.
So lange jeder weiß, wo er hin muss, wenn er zur ‘Huberstraße 14’ in 12345 Ort will, erfüllt dieser Name seinen Zweck.
Problematisch wird das in Metropolen wie Berlin, wo du dann 12 Huberstraßen in unterschiedlichen Stadteilen hast und jedes Mal anhand der Postleitzahl unterscheiden musst.
In Berlin gibt es bspw. 8 Goethestraßen.
Wenn mein Bekannter in der Goethestraße im Prenzlauer Berg wohnt, weiß ich, dass ich dorthin muss und nicht in die Goethestraße in Charlottenburg. Für einen Brief bräuchte ich ohnehin die Postleitzahl.
Und wirklich übersichtlicher, wenn die eine Straße nun “J-W-Goethe-Straße”, die nächste “Goethestraße”, dann “Johann-W.-Goethe-Straße”, … usw heißen würde, wäre es ja auch nicht.





