Für den Weg zur Arbeit nicht das Auto, sondern den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, kommt für die Mutter nicht in Frage: “Der ÖPNV bei uns auf dem Land ist ein Witz”, sagt sie
Ah, da isser wieder, der schlechte ÖPNV auf dem Land. Die Dame wird dann aber auch schön immer progressive Parteien bei der Kommunalwahl wählen, die das Thema mal angehen, hm?
Der größte Witz ist ja, wie das verkauft wurde als die große Entlastung von bspw. Fahrradfahrern, aber bei den Distanzen die man mit dem Rad pendelt, kommt man halt niemals über den AN-Pauschbetrag. Also wunderbar kaschierte Autoförderung.
Doppeljokus: das untere Einkommensdrittel der Haushalte zahlt praktisch kaum Einkommensteuer. Die muss man aber zahlen, um dann durch Steuerrückerstattungen überhaupt etwas zurückzubekommen.
Ist die Erhöhung also gerecht? Sie hilft
- nur Autofahrys
- nur Menschen mit einem ausreichenden Steueraufkommen
- Leuten mit weitem Pendelweg, die sich über mangelnden ÖPNV beschweren, aber weil sie pendeln immer die Parteien wählen, die ihnen mehr Autospuren und Parkplätze versprechen
(gut, beim letzten Punkt spricht nur mein Zynismus)
Ich folgere: sie ist nicht gerecht.
Ah, da isser wieder, der schlechte ÖPNV auf dem Land.
Was ich auch nicht verstehe, dass sich Leute da immer als Opfer der Umstände darstellen.
Ich meine, wenn ich fünf Kinder habe, dann war es meine Entscheidung, fünf Kinder zu haben.
Wenn ich auf dem Land lebe und 50 Kilometer zur Arbeit fahren muss, dann war es meine Entscheidung, das so einzurichten.
Diejenigen sollen dann auch die Folgen ihrer Entscheidungen tragen.
Natürlich gibt es unterpriveligierte Menschen, die Unterstützung verdient haben. Aber wenn’s um Steuern geht, meint jeder, dass er zu hoch besteuert wird, weil er zur armen leidenden Mittelschicht gehört, und wenn es ums Auto geht, sind auf einmal alle Gelegenheitsarbeiter, die mit Ach und Krach ihren 50 Jahre alten Opel Kadett finanziert bekommen, um ihre vielköpfige Familie zu ernähren. Da passt was nicht zusammen.
Und abgesehen davon nervt mich dieses Opfergehabe an. Wir sind ein freies Land, keine kommunistische Dikatatur. Der Preis der Freiheit ist die eigene Verantwortung. Man kann ja wohl erwarten, dass sich erwachsene Menschen auch wie Erwachsene benehmen.
Die Erhöhung der Pendlerpauschale gilt für jedes Fortbewegungsmittel (selbst zu Fuß).
Das wäre nur dann fair, wenn sie nach Zeitaufwand fürs Pendeln berechnet würde.
Jahaa, haben wir gehört. Aber zu Fuß, zu Fahrrad fährt man meistens nicht genug Kilometer, um über den Pauschbetrag zu kommen. Es ist also für die überwiegende Mehrheit der Fuß- und Fahrradpendler ega-hal.
Das ist ja die geniale Verschleierung der Autoförderung. Weil immer wer kommt und erzählt “Das geht ja mit jedem Verkehrsmittel und gilt jetzt ab dem 1. Kilometer”.
Dann findet man bestimmt als Showcase noch den einen Fahrradfahrer im Land, bei dem es einen Unterschied macht, weil er sonst noch absurd hohe Werbungskosten hat, und fertig ist das Märchen.
ES - NUTZT - NUR - DEN - AUTOFAHRERN. Und ab jetzt sogar ab dem 1 Kilometer. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die CDU hier plötzlich was für andere Verkehrsmittel tun würde?
Ich fahre pro Strecke 35 km mit dem Zug. ES HILFT AUCH ZUGFAHRERN
Den öffentlichen Nahverkehr dagegen nutzten bundesweit nur 16 Prozent, das Fahrrad sogar nur zehn Prozent der Erwerbstätigen.
Da sind Städte mit eingeschlossen wo du solche Strecken im Leben nicht zurücklegst. Denke ich lehne mich nichtmal zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass von den 16% die meisten in Städten leben.
Du bist die Ausnahme.
Fair enough. Aber ich wage auch da zu behaupten, dass das eher selten ist. Meist ist ja eben auch genau das Problem, dass Entfernungen, mit denen man über den Pauschbetrag kommt, mit dem ÖPNV unrealistisch sind, weil die Fahrt dann zu lange dauert, um täglich gependelt zu werden. Aber ja, Zugfahrer sind am ehesten auch Profiteure. Wobei man die ja auch zielgerichtet fördern könnte, wenn man denn wöllte.
Edit: und die Leute, die Zug fahren, haben dann vmtl. auch oft das Problem, dass sie gar nicht so viel Steuern zahlen und von einer Rückerstattung nichts haben.
Ist das gerade echt ein unironisches “das Gesetz verbietet den Armen und den Reichen gleichermaßen unter Brücken zu schlafen”?
Auto geht brrrrrr
Die Pauschale ist ja schon viele Jahre nicht angepasst worden. Unabhängig davon, ob es sinnvoll ist den weitesten Arbeitsweg zu fördern, finde ich, dass jede in absoluten Zahlen definierte Leistung oder jeder Grenzwert einen Mechanismus zur regelmäßigen Anpassung braucht aufgrund der Inflation.
Das Elterngeld wurde vor ~17 Jahren eingeführt und hat bis heute dieselben Grenzen.
Genau, das ist aus meiner Sicht ein Skandal. Ich habe für meine beiden Kinder auch den Höchstbetrag bekommen. Um den Kaufkraftverlust auszugleichen müsste die Obergrenze heute bei etwa 2700 Euro liegen.




