• feldwespe@feddit.orgOP
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    10 days ago

    Was im Artikel für mich mal wieder anklingt, ist so eine Art Enttäuschung darüber, dass das Projekt nicht gleich alle Energiewendeprobleme löst. Keine der fossilen und atomaren Energien konnte je alle Energieprobleme lösen. Dennoch wird bei allen erneuerbaren und alternativen Energien erwartet, dass sie dann universale Wundermittel sein müssen. Und es wird heftig beklagt, wenn sie es natürlich nicht sind.

    Ich sehe das anders: Viele kleine, lokale Projekte stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, gemeinsam die Energiewende zu meistern. Das im Artikel aufgezeigte Projekt ist nämlich nicht das einzige hier in Bochum jenseits Wind- und Solarenergie.

    Für ein neues Stadtviertel (auf dem ehemaligen Opel-Gelände!) wird beispielsweise das natürliche Energiepotenzial aus dem warmen Grubenwasser im vor Ort befindlichen Bergwerkstollen für die Wärme- und Kälteversorgung eingeplant.

    Im Bergbaumuseum Bochum habe ich mal auf einer Karte gesehen, wie es unter unserer Stadt aussieht. Da ist alles von Gängen durchzogen, als hätte man 10 Maulwürfe und 10 Wühlmäuse auf einmal in einem kleinen Hausgarten. Manchmal stürzt da auch was ein, und es verschwindet ein Cabriolet samt Garage! (Krater von Wattenscheid)

    Die Folgen des Steinkohlebergbaus sind also auch nach der Stilllegung überall zu spüren. Und zu riechen. Bis heute muss beispielsweise Abwasser teilweise noch überirdisch geführt werden. Wenn neben diesen “Ewigkeitslasten” nun zukunftsfähige Ressourcen aus diesen Hinterlassenschaften der Vergangenheit erwachsen, dann ist das doch ein Grund zur Freude.

    • brewbart@feddit.org
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      10 days ago

      Leider ist diese “perfekt oder gar nicht” Attitüde schon so tief im Michel-mind verwurzelt und wird von den Hetzblättern so stark befeuert, weil ein ordentlicher Aufreger lenkt immer gut ab.

      Uns allen würde es besser gehen, wenn die Hebelziehenden sich das Mantra " Don’t let perfect get in the way of good" drauf schaffen würden. Gebt Dachflächen von einem Prozentsatz an Denkmalschutzhäusern frei. Glasfassaden von öffentlichen Gebäuden bei jeder Reparatur durch PV Glas ersetzen. Schwarze Null aufgeben und mal ordentlich Moneten in die Breite Masse pumpen für Förderungen. Finanziert Speichergenossenschaften vor. Baut aus dem Müll der K+S billige, große Batterien und verteilt die im Land. Es ginge SO VIEL.

      • Aniki@feddit.org
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        9 days ago

        Gebt Dachflächen von einem Prozentsatz an Denkmalschutzhäusern frei. Glasfassaden von öffentlichen Gebäuden bei jeder Reparatur durch PV Glas ersetzen. Schwarze Null aufgeben und mal ordentlich Moneten in die Breite Masse pumpen für Förderungen. Finanziert Speichergenossenschaften vor.

        Also bei dem Satz “Don’t let perfect get in the way of good” stimme ich dir noch voll zu. Man könnte einfach mal mit der Energiewende anfangen und wenn man dann nach 10 Jahren draufkommt “so wir haben jetzt 50% erneuerbare aber mehr geht nicht” dann hat man zumindest 50% erneuerbare anstatt 0%.

        Aber die von dir genannten Punkte sind leider keine guten. Zum einen sind Freiflächenanlagen deutlich billiger als Aufdachanlagen (Quelle 1, Quelle 2)

        “utility scale” und “PV frei” stehen für Freiflächenanlagen.

        Und die Kosten spielen durchaus eine Rolle. Gerade weil die Erneuerbaren heutzutage billiger sind als fossile Energiequellen (das sieht man auch in der Grafik ganz gut) sollte man das nutzen und öffentlichkeitswirksam damit Werbung machen dass man eben schwarze Zahlen schreiben kann indem man erneuerbare Energiequellen nutzt, den so gewinnt man den Markt und die Wirtschaft für sich. Wenn das ewig ein Projekt roter Zahlen bleibt, hast du die beste Strategie dich sehr unbeliebt zu machen schon beschritten.

        • brewbart@feddit.org
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          8 days ago

          Leuchtet ein, dass es günstiger ist was auf freie Fläche zu stellen als irgendwo auf ein Dach zu spaxen - fair point. Die angeführten Dinge sind für Städter halt nur sichtbarer und ich bin überzeugt je mehr Menschen mit etwas jeden Tag konfrontiert werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es kein Kampfbegriff mehr wird