😅
Was an dieser Stelle in schmunzelndem Einverständnis einfach ausgeplaudert wird, ist das extrem peinliche Geschäftsmodell des modernen Kolumnismus. Der Kolumnismus folgt einer Nachfrage, die sich gerne möglichst oft in süffigen Textchen ihre Ressentiments bestätigen lassen möchte. Martenstein, der sich in den letzten Jahren systematisch als Außenseiter des linksliberalen Mainstreams inszeniert hat, gibt hier ganz offen zu, dass er gerne über Themen schreibt, die beim Publikum ausgesprochen beliebt sind - vor allem offenbar bei Menschen, die in der Lage sind, mehrere tausend Euro für eine Schiffreise hinzublättern – you know, das einfache Volk, das sich vom Gendern der Elite abgestoßen fühlt… Die Tatsache, dass es unter „Zeit“-Leser:innen offenbar nichts Beliebteres gibt, als sich über das Gendern lustig zu machen, verweist auf den libidinösen Status dieses Ressentiments - die fast rauschhafte Freude an einer Verachtung, die sie sich mit den Fans von Mario Barth teilen. Diese Fans haben vielleicht nicht die 7000 Euro für eine Mekong-Flussreise parat, aber sicher die 35 Euro, die ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich gender nicht, ich habe einen Schulabschluss“ aus dem Barth-Fanshop kostet. Hier trifft Martensteins gediegener Anti-Intellektualismus (alle Menschen, die gendern, behauptet er im Interview, seien Journalisten, an der Uni oder in NGOs) auf die prollige Bildungsbeflissenheit eines Mario Barth („Ich habe einen Schulabschluss“). Es handelt sich um einen fast rührenden klassenübergreifenden Konsens, der sich im gemeinsamen befreiten Wiehern über die Absurdität der modernen Gesellschaft Bahn bricht.
“Du zwingst mir deine Ideologie auf, indem du eine Schreibweise verwendest, die ich nicht mag!” - Fährt fort damit, anderen die eigene Ideologie aufzuzwingen durch anschreien, bepöbeln, beleidigen, niedermachen und Androhung von Konsequenzen, sobald die AfD an die Macht kommt (kein Beispiel in diesem Artikel, aber von mir schon beobachtet).
Ich konnte Martenstein nich nie lese, diese großkotzige Art. Der passt zur Bild.
Ja, das passt echt, den fand ich auch immer eklig, wenn ich mal in der Zeit meiner Eltern von ihm was gelesen hab.
Sehr lesenswerter Text!
Baumschule Abschluss 2026
Als Mensch mit abgeschlossener Berufsausbildung als Gärtner:in (Produktionsgartenbau) der Fachrichtung Baumschule weise ich jegliche, auch nur implizierte, Zusammenhänge zwischen Mitgliedern meiner Berrufsgruppe und Personengruppen, welche im verlinkten Artikel beschrieben werden, aufs schärfste zurück!
Oh oh, sorry. Ich bin mir sicher eure Bäume sind trotz der Implikation besser ausgebildet als die beschriebenen Menschen im Artikel
Ja, aber dann warst du ja auf der Baumschulschule, nicht auf der Baumschule. Trotzdem ist es natürlich nicht gerecht zu unterstellen, deine Berufsgruppe hätte durch bessere didaktische Leistungen solche Menschen verhindern können.
Neinnein, eine Baumschule ist eine agrarwirtschaftliche Produktionsstätte, welche vor allem der Produktion mehrjähriger Nutz- und Zierpflanzen dient. Das duale Ausbildungssystem in Deutschland sieht vor, dass Auszubildende nicht nur theoretisch in Berufsfachschulen, sondern auch praktisch in einem Ausbildungsbetrieb ausgebildet werden. Eine Aussage meinerseits wie: “Ich war drei Jahre auf der Baumschule.” entspricht nicht nur den Tatsachen, ich kann sie auch durch u.a. von der Landwirtschaftskammer NRW (Rheinland) ausgestellten Urkunden bestätigen.
Edit: Worte sind schwer…
Auabildungsbetrieb
Und ich dachte, das Thema Bildung durch Schmerzen mit Rohrstock und Co. sei überwunden.






