• rumschlumpel@feddit.org
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    4 days ago

    Funktionale Cookies haben ja durchaus legitime Zwecke, die nichts mit Tracking zu tun haben - es ist einfach eine Methode, im Webbrowser Daten zu speichern, damit sie auf der nächsten Unterseite oder nach dem nächsten Neuladen der Seite nicht komplett weg sind.

    Aber ja, es wäre cool, wenn die Firmen Tracking-Cookies verwenden würden, um ihr Produkt für Endnutzer zu verbessern, statt damit einfach nur Daten für Werbepartner, Polizei, Geheimdienste und Propagandisten abzusaugen.

    • Ephera@lemmy.ml
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      4 days ago

      Da muss man auch dazu sagen, dass man für funktionale Cookies eigentlich so gut wie nie einen Cookie-Banner brauchen sollte.
      Entweder der Cookie enthält keine personenbezogenen Daten, dann zieht die DSGVO sowieso nicht. Oder er erfüllt einen Zweck, zu dem der Benutzer implizit zugestimmt hat, indem eben z.B. der Login-Knopf oder der “In den Warenkorb”-Knopf gedrückt wurde.

      Ein Cookie-Banner macht nur dann für funktionale Cookies Sinn, wenn man für eine Funktionalität personenbezogene Daten verarbeiten muss, wo es ein Benutzer wirklich nicht erwarten würde. Und das ist schon ziemlich selten, weil man ja meistens die Informationen irgendwo vorher eintippen muss.

      • cassa@feddit.org
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        3 days ago

        Vorweg gefährliches Halbwissen hier auf Grundlage eines zurückliegenden Moduls dazu :D

        War eine Voraussetzung für eine wirksame Zustimmung im Sinne der DSGVO nicht, dass sie explizit ist? Dann wäre eine implizite Zustimmung ja technisch nicht möglich.

        Man könnte bei rein funktionalen Cookies aber bestimmt auch mit anderen Rechtsgrundlagen für die Verarbeitung argumentieren (z.B. Vertragserfüllung). Selbst da wäre aber die Datenschutzerklärung verpflichtend. Die Informationspflicht besteht ja unabhängig davon, ob die betroffene Person davon ausgeht, dass personenbezogene Daten verarbeitet werden.

        Und personenbezogene Daten muss man nicht immer selber eintippen. Personenbezogen bezieht sich ja auf alles was doch identifizieren könnte. Also auch irgendwelche pseudonymisierten Daten oder ne IP-Adresse.

  • eta@feddit.org
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    4 days ago

    Kann da evtl jemand der Software entwickelt die sowas einsetzt berichten ob und inwiefern das etwas bringt?

    • voodoocode@feddit.org
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      3 days ago

      Telemetrie kann schon nützlich sein, wenn man sie auch anguckt und dann entsprechend handelt. Zb um tatsächliche Feature Nutzung zu tracken (User klickt auf Ding X, User sieht Teil Y, usw.). Dann kann man bewerten, was benutzt wird und was nicht, vielleicht weil schlechte usability hat.

      Z.b. mein persönliches Website Hass Element “Slider/Carousel” ihr wisst schon diese horizontal durchscrollbaren Dinger - jeder UX Experte sagt, die sind kacke, denn niemand guckt sich die späteren Slides an, sieht spammy aus, alle ignorieren es, oft nicht nutzbar mit Keyboard und für Screenreader, insbesondere extra schlecht mit Autoplay.

      Aber die Kunden wollen es trotzdem auf ihren Webseiten Seiten haben, weil machen ja alle so.

      Ich hab da reingeschaut, die getrackten Klicks sagen “nur etwa 20% gucken sich Slide 2 an, und dann bei Slide 3 wieder nur 20% von den vorherigen” also jeweils 4/5 weniger Leute, die das sehen.

      Dann sagen wir den Kunden, wenn du wichtige Inhalte hast, pack die besser nicht in einen Slider, höchstens für irrelevante Sachen wie Bilder.

    • Ephera@lemmy.ml
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      4 days ago

      Kann’s nur aus der anderen Richtung beschreiben, wenn man keine Telemetrie hat:

      Habe mit ein paar Leuten bei der Arbeit ein kleines CLI-Programm geschrieben, das theoretisch für 1000+ Nutzer interessant sein könnte. Gleichzeitig weiß ich nicht, wie viele Leute es überhaupt verwenden.

      Letztens hat z.B. eine Kollegin gemeint, dass ein anderer Kollege ihr geschrieben hat, dass ein dritter Kollege die CLI bei denen im Team lautstark beworben hat. Davon hätte ich nie etwas mitbekommen, wenn nicht über diesen wilden Umweg.
      Da fragt man sich schon, ob das noch in ganz anderen Kreisen beworben und verwendet wird, und ob man da jetzt doch nochmal Energie reinstecken sollte.
      Wenn ich z.B. auch wüsste, dass damit 100 Leute jeden Tag sich 10 Minuten sparen, dann könnte ich auch gegenüber dem Management vorschlagen, dass man da wirklich nochmal Zeit reinstecken könnte, um es noch nützlicher zu machen.

      Ähnlich ist z.B. auch, dass Team-Kollegen mir teilweise nach Wochen erzählen, dass etwas für sie gerade nicht funktioniert. Ist bestimmt nett gemeint – ich kann dafür keinen 24/7 Support anbieten – aber wenn das für sehr viele Leute nicht funktioniert, dann wäre das schon wichtig zumindest zu wissen.

      Und naja, ich weiß auch überhaupt nicht, welche Features verwendet werden, und damit wo es sich am meisten lohnt Zeit reinzustecken.
      Da ist Telemetrie alleine auch schwierig, weil die Leute evtl. Features insbesondere deshalb nicht verwenden, weil sie nicht gut genug für sie funktionieren, also muss man potenziell Zeit in unbeliebte Features stecken. Aber ist eben trotzdem noch ein besserer Anhaltspunkt als wenn man gar nichts weiß.