Da ist noch vom 49€ Ticket die Rede. Der Artikel könnte also etwas älter sein, was aber seinem Inhalt keinen Abbruch macht.
Das Auto vor der Tür ist immer verfügbar – und das prägt das Nutzungsverhalten und man verliert den Bezug zu möglichen Alternativen. Zum Beispiel auch dazu, wie schnell man mit dem Rad oder zu Fuß auf Kurzstrecken ist.
Finde generell immer spannend, was für Vorstellungen Leute entwickeln, also nicht nur Autofahrer.
Letztens hat sich auch ein Kollege mit “Gute Fahrt!” verabschiedet und ich hab noch so geantwortet “Joa, ich laufe, aber danke!”.
Dann hat er mich auch erstmal ungläubig angeschaut, und noch gefragt “Also zum Bus, oder?”. Obwohl wir zwei Stunden vorher noch gequatscht hatten, dass er viel mit dem Fahrrad macht und ich gerne zu Fuß gehe.Irgendwie die Vorstellung, dass ich jetzt tatsächlich von der Arbeit nach Hause laufe, war dann doch zu abstrus.
Ich finde auch, zu Fuß gehen als Fortbewegungsmittel wird massiv unterschätzt.
Für meinen Arbeitsweg brauche ich 30 Minuten mit dem Fahrrad
40 Minuten mit dem Auto (wegen Berufsverkehr und Parkplatzsuche)
45 Minuten mit der S-Bahn (inklusive Fußweg zum und vom Bahnhof)
60 Minuten mit dem Bus (fährt ein paar Umwege)
und 90 Minuten zu Fuß. Das ist natürlich deutlich länger, aber es ist keine andere Größenordnung.
Und an schönen Tagen, wenn ich nichts Anderes vor hab, mach ich das schonmal zum Spaß, geht auch die meiste Zeit am Fluß entlang und durch die malerische Altstadt.
Schönes Beispiel für Menschen, die denken, dass sie auf dem Land leben, es aber nicht tun. Das Bergische Land mag ja Wälder haben und ländlich aussehen. Es liegt aber direkt am Rheinland, direkt neben dem Ruhrgebiet, direkt in der am dichtesten besiedelten Gegend Deutschlands. Mitten in der Blauen Banane, der am dichtesten besiedelten Region Europas und damit auch einer der am dichtesten besiedelten Regionen der Welt.
sollen wir Verkehrskonzepte darauf optimieren, dass die am wenigsten dicht besiedelten Regionen Europas damit am besten funktionieren?
“Auf dem Land leben” ist ja auch ne Art Lebensform. Also wer da einen Bauernhof hat und morgens um 5 Kühe melkt und Mist schaufelt, lebt irgendwie schon auf dem Land.
Aber wer da z.B. in Kürten sein Einfamilienhaus hat und täglich 30 Kilometer übers benachbarte Leverkusen zu seinem Bürojob nach Köln rein pendelt und danach nach in Begisch Gladbach zur Muckibude oder zum Kardiologen fährt, ist definitiv kein Landbewohner. Er lebt in Suburbia.
Kommt drauf an, ob es da wo man lebt ÖPNV und Radwege gibt.Siehe auch http://www.autofrei.de/ .






