Julia Oberdörster hat zwei Kinder, aber kein Auto. Sie wohnt mit ihrer Familie in einem Dorf im Bergischen Land. Wir haben mit ihr über ihren Alltag gesprochen und was sich verändern muss, damit mehr Menschen auf dem Land ohne Auto mobil sein können.
Finde generell immer spannend, was für Vorstellungen Leute entwickeln, also nicht nur Autofahrer.
Letztens hat sich auch ein Kollege mit “Gute Fahrt!” verabschiedet und ich hab noch so geantwortet “Joa, ich laufe, aber danke!”.
Dann hat er mich auch erstmal ungläubig angeschaut, und noch gefragt “Also zum Bus, oder?”. Obwohl wir zwei Stunden vorher noch gequatscht hatten, dass er viel mit dem Fahrrad macht und ich gerne zu Fuß gehe.
Irgendwie die Vorstellung, dass ich jetzt tatsächlich von der Arbeit nach Hause laufe, war dann doch zu abstrus.
Ich finde auch, zu Fuß gehen als Fortbewegungsmittel wird massiv unterschätzt.
Für meinen Arbeitsweg brauche ich 30 Minuten mit dem Fahrrad
40 Minuten mit dem Auto (wegen Berufsverkehr und Parkplatzsuche)
45 Minuten mit der S-Bahn (inklusive Fußweg zum und vom Bahnhof)
60 Minuten mit dem Bus (fährt ein paar Umwege)
und 90 Minuten zu Fuß. Das ist natürlich deutlich länger, aber es ist keine andere Größenordnung.
Und an schönen Tagen, wenn ich nichts Anderes vor hab, mach ich das schonmal zum Spaß, geht auch die meiste Zeit am Fluß entlang und durch die malerische Altstadt.