Strenge Vorschriften und Normen treiben die Baukosten in die Höhe. Pilotbauten zeigen, wie es anders geht – auch wenn dabei manche Regel gebrochen wird. Die Bundesregierung will das jetzt per Gesetz ermöglichen.
Sehr nice, dass es eine Abschrift (“Manuskript”) der Sendung gibt.
Ich habe den Eindruck, dass viele der erwähnten Änderungen Dinge betreffen, die mMn nicht nur einen leichten Komfortvorteil haben, sondern einen erheblichen - z.B. Schallschutz und ob man Rollläden einbaut oder nicht - gerade angesichts des Klimawandels sind Rollläden im Sommer unverzichtbar, und nicht nur wenn die Sonne so hoch steht, dass eine extra-dicke Wand das rausreißt. Und mäßiger Schallschutz in Mehrfamilienhäusern ist einfach mega kacke, das ist ja so schon meistens der Hauptgrund für Nachbarschaftsstreit. Wobei ich auch nicht weiß, wie weit die Mehrfamilienhäuser in denen ich bisher gewohnt habe von den Normen für heute neu gebaute Häuser abweichen - u.U. ist selbst die Minimalnorm, die diese experimentellen, einfachen Häuser einhalten, deutlich besser als das was ich gewohnt bin. Wird im Fall des Hamburger Baus auch erwähnt, aber das muss nicht in jedem dieser Häuser dann tatsächlich so sein.
In dem Beispiel mit dem Softwareupdate wegen Normänderung und der 60% Erhöhung des Wärmebedarfs zeigt sich doch die Überdimensionierung dieser Normen.
Das ist doch bekloppt: Wir verlangen so einen Bewohnerschutz in Bezug von Lärm, Komfort, etc, dass nicht mehr gebaut wird, weil zu teuer.
Wir können auch nicht mehr Sanieren, weil dann die neuen Normen eingehalten werden müssen.
Unterm Strich wohnen alle Deutschen, dann in veralteten, unternormigen Gebäuden und keiner hat was davon.
Wenn nicht nach den 130% gegriffen wird, sondern nur 80%, dann werden vermutlich viel mehr Bewohner dieses Landes mehr Komfort und Schallschutz genießen als nur die paar 5% in den modernen, überteuerten Häusern.
ob man Rollläden einbaut oder nicht - gerade angesichts des Klimawandels sind Rollläden im Sommer unverzichtbar
Die Antwort auf das Problem der Sonneneinstrahlung nennt sich Veranda oder Porch und bietet beide Vorteile von jeweils Rollladen und Fenster: Direkte Sonneneinstrahlung wird abgeblockt und es bleibt durch das indirekte Licht trotzdem hell.
Geht alles, wenn es gewollt und entsprechend geplant ist. Balkone können entsprechend gestaffelt werden oder etwa auch ein offenes Treppenhaus auf die Südseite gelegt werden.
Ich habe zuerst Verona Pooth gelesen und war verwirrt.
Kommt es bei dem indirekten Licht nicht auch darauf an, wie groß die Veranda ist und welche Farbe sie hat?
Klar, wenn du ein 30 Meter tiefes Vordach hast, kommt da kein Licht mehr bis ins Haus. Da der Sonnenverlauf aber eine ziemlich exakt bestimmte Sache ist, kann die Größe und Ausrichtung entsprechend angepasst werden.
Bei Farben bin ich mir nicht sicher, bzw. würde das nicht als kritisch ansehen. Das indirekte Licht kommt ja nicht nur von der Veranda selbst.
Vor allem für Migräne-Patienten: Wenn es nicht möglich ist, die Wohnung komplett abzudunkeln, sollte das als grobe fahrlässige Körperverletzung zählen.
Und mäßiger Schallschutz in Mehrfamilienhäusern ist einfach mega kacke
Meine Nachbarn schauen gelegentlich Abends fern. Sie sind außerdem schwerhörig. Im Büro hör ich das Gefasel gerade laut genug, dass ich es knapp nicht verstehen kann. Mein Schlafzimmer, am fernen Ende der Wohnung, kriegt immernoch ein leises Gemurmel mit, was vor allem dann auffällt wenn alles andere still ist.
Mich persönlich juckt das nicht, ich kann auch bei Lärm meistens gut einschlafen, aber meine Frau ist da halt sensibel, vor allem bei Migräne-Anfällen. Hab ich die grobe Körperverletzung schon erwähnt?
Wenigstens scheint das Haus keine Kinder mehr zu beheimaten. Die letzte Wohnung war auch in einem mäßig gedämmten Haus mit Kindern über uns (wobei deren Krach meistens zum Glück schnell unterbunden wurde) und einer Nachbarin, die einfach keine Hunde haben sollte.
Weiß nicht genau, ob du das ernst meinst, aber nur weil manche Menschen unter Migräne leiden eine Vorschrift für alle Wohnungen zu haben, dass die komplette Wohnung komplett verdunkelt werden kann, finde ich jetzt schon ziemlichen Quatsch.
Erstens können die Betroffenen dann ja bei der Wohnungswahl auf diese Aspekte besonders achten und zweitens kann man das auch ohne Rolläden relativ leicht von innen nachrüsten durch lichtdichte Vorhänge, Rollos etc. Es wird ja auch nicht jede Wohnung rollstuhlgerecht gebaut.
Das war als versuchter Humor überzogen formuliert. Für Menschen mit akutem Migräneanfall (oder zumindest für die, die ich kenne) sind Licht oder Störgeräusche teilweise extrem unangenehm, und wenn Stimmung und Geduld eh schon von den enormen Schmerzen strapaziert sind, verleitet das zu einem gewissen Jähzorn. Dieses Phänomen wollte ich parodieren.
aber nur weil manche Menschen unter Migräne leiden eine Vorschrift für alle Wohnungen zu haben, dass die komplette Wohnung komplett verdunkelt werden kann, finde ich jetzt schon ziemlichen Quatsch
Es wird ja auch nicht jede Wohnung rollstuhlgerecht gebaut.
Ich glaube, da haben wir eine ideologische Differenz: ich fände es richtig und sinnvoll, wenn alle Wohnungen rollstuhlgerecht gebaut würden. Natürlich gibt es aber immer eine Diskrepanz zwischen dem Idealismus und dem pragmatischen Kompromiss mit der Realität.
Eine Vorschrift für alle bräuchte vermutlich eine ganze Latte an Ausnahmen, was dann denn Sinn einer Vorschrift für alle untergraben würde und dem Hausbau letztlich nur noch mehr Bürokratie in den Weg stellen würde wenn jeder erst ermitteln will, ob er das wirklich muss.
Erstens können die Betroffenen dann ja bei der Wohnungswahl auf diese Aspekte besonders achten
Wer den Luxus der Wahl hat, ja, wobei z.B. die (mangelnde) Schalldichte des Hauses auch nicht immer sofort ersichtlich ist, und gerade solche Dinge wie ein Hund, der nachts Terror schiebt, merkt man tagsüber bei Besichtigungen nicht.
Wer den Luxus nicht hat, z.B. aufgrund schmaler Budgets oder weil es nichts passendes in Reichweite gibt, hat dann halt Pech und darf leiden. Das finde ich nicht unbedingt fair.
zweitens kann man das auch ohne Rolläden relativ leicht von innen nachrüsten durch lichtdichte Vorhänge, Rollos etc.
Leider auch nicht immer. Bei unserer letzten Wohnung waren die Fenster z.B. so abgeschrägt konstruiert, dass keine Klemmlösung für Rollos oder Gardinen gehalten hat. Vorhänge war es schwierig, welche in passender Größe für bezahlbare Preise zu finden.
Aber ja, das wäre dann ein Kompromiss zwischen Ideal und Realität: Wo keine Rolläden sind, muss es möglich sein, selbst für Verdunkelung zu sorgen.
Grundsätzlich finde ich aber, Rolläden sind eine gute Idee.
Am Beispiel von Barrierefreiheit: Wir verbauen Rampen an öffentlichen Gebäuden, nicht weil alle oder auch nur viele sie brauchen, sondern obwohl es nur wenige sind, die sie brauchen, damit alle einen Zugang haben. Für diejenigen, die es nicht brauchen, bringt es keinen Nachteil, aber für die, die es brauchen, ist es eben… naja, eine Barriere weniger um an der Gesellschaft teilzuhaben.
Im gleichen Gedanken halte ich die universelle Verfügbarkeit von Abdunklung auch unterm Strich für einen Gewinn: Wer sie nicht braucht und keine Verwendung dafür hat, lässt sie halt oben. Wer sie nicht braucht kann vielleicht trotzdem Nutzen daraus schlagen. Wer sie braucht, dem wird aber was fehlen wenn sie nicht vorhanden sind.
Ich denke, die Wünsche, die Menschen in Bezug auf ihren Wohnraum haben, sind ziemlich individuell. Sehr große Menschen möchten höhere Decken und Türen, sehr kleine Menschen brauchen diese Höhe nicht. Für rollstuhlgerechtes Wohnen braucht es sehr breite Türen, Flure, Fahrstühle, besondere Rettungswege etc., was zu viel zusätzlicher Fläche führt. Manche bevorzugen eine Dusche, manche eine Badewanne.
Wenn man jede Wohnung so bauen möchte, dass sie allen Eventualitäten und Wünschen gerecht wird, führt das zu einer extremen Verteuerung der Preise für Wohnraum.
Und ich denke der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum dürfte so ziemlich der sein, den die allermeisten Menschen gemeinsam haben.
Aus meiner Sicht ist es also durchaus der richtige Weg, wenn man ein Stück weit davon abrückt, jede Eventualität beim Bauen als Norm vorzuschreiben. Zumindest für die Dinge, die man (ggf. mit Kompromissen) nachrüsten kann.
Wenn man jede Wohnung so bauen möchte, dass sie allen Eventualitäten und Wünschen gerecht wird, führt das zu einer extremen Verteuerung der Preise für Wohnraum.
Und ich denke der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum dürfte so ziemlich der sein, den die allermeisten Menschen gemeinsam haben.
Da hast du absolut Recht. Das ist der Punkt wo mein Ideal (passt für alle) auf die Realität trifft (zu teuer) und nachgeben muss.
Ich neige dazu, das Ideal zu verfechten, da die Realität und allgemeine Trägheit gegenüber Änderungen ohnehin dagegenhalten, und ich lieber versuche was zu verbessern und einsehen wo es nicht geht, als es gar nicht erst zu versuchen. Da finde ich solche Diskussionen wertvoll, um eben diese Konflikte aufzuzeigen und meine Grundhaltung durch kritische Betrachtung zu einer Synthese zu verfeinern.
Aus meiner Sicht ist es also durchaus der richtige Weg, wenn man ein Stück weit davon abrückt, jede Eventualität beim Bauen als Norm vorzuschreiben. Zumindest für die Dinge, die man (ggf. mit Kompromissen) nachrüsten kann.
Zumindest der aktuell sinnvolle, aber das ist letztlich Wortklauberei. Richtig fände ich, wenn bauen schon gar nicht so teuer wäre, aber wir sind zumindest über die politische Realität einig.
Sehr nice, dass es eine Abschrift (“Manuskript”) der Sendung gibt.
Ich habe den Eindruck, dass viele der erwähnten Änderungen Dinge betreffen, die mMn nicht nur einen leichten Komfortvorteil haben, sondern einen erheblichen - z.B. Schallschutz und ob man Rollläden einbaut oder nicht - gerade angesichts des Klimawandels sind Rollläden im Sommer unverzichtbar, und nicht nur wenn die Sonne so hoch steht, dass eine extra-dicke Wand das rausreißt. Und mäßiger Schallschutz in Mehrfamilienhäusern ist einfach mega kacke, das ist ja so schon meistens der Hauptgrund für Nachbarschaftsstreit. Wobei ich auch nicht weiß, wie weit die Mehrfamilienhäuser in denen ich bisher gewohnt habe von den Normen für heute neu gebaute Häuser abweichen - u.U. ist selbst die Minimalnorm, die diese experimentellen, einfachen Häuser einhalten, deutlich besser als das was ich gewohnt bin. Wird im Fall des Hamburger Baus auch erwähnt, aber das muss nicht in jedem dieser Häuser dann tatsächlich so sein.
In dem Beispiel mit dem Softwareupdate wegen Normänderung und der 60% Erhöhung des Wärmebedarfs zeigt sich doch die Überdimensionierung dieser Normen.
Das ist doch bekloppt: Wir verlangen so einen Bewohnerschutz in Bezug von Lärm, Komfort, etc, dass nicht mehr gebaut wird, weil zu teuer.
Wir können auch nicht mehr Sanieren, weil dann die neuen Normen eingehalten werden müssen.
Unterm Strich wohnen alle Deutschen, dann in veralteten, unternormigen Gebäuden und keiner hat was davon.
Wenn nicht nach den 130% gegriffen wird, sondern nur 80%, dann werden vermutlich viel mehr Bewohner dieses Landes mehr Komfort und Schallschutz genießen als nur die paar 5% in den modernen, überteuerten Häusern.
Die Antwort auf das Problem der Sonneneinstrahlung nennt sich Veranda oder Porch und bietet beide Vorteile von jeweils Rollladen und Fenster: Direkte Sonneneinstrahlung wird abgeblockt und es bleibt durch das indirekte Licht trotzdem hell.
Bisschen schwierig in einem mehrstöckigen Mehrfamilienhaus, das möglichst billig sein soll …
Geht alles, wenn es gewollt und entsprechend geplant ist. Balkone können entsprechend gestaffelt werden oder etwa auch ein offenes Treppenhaus auf die Südseite gelegt werden.
Das ist halt potentielle Wohnfläche, Balkone werden immer teurer sein als Rollläden. Und die Sonne scheint halt auch nicht nur auf der Südseite.
Ich habe zuerst Verona Pooth gelesen und war verwirrt.
Kommt es bei dem indirekten Licht nicht auch darauf an, wie groß die Veranda ist und welche Farbe sie hat?
Klar, wenn du ein 30 Meter tiefes Vordach hast, kommt da kein Licht mehr bis ins Haus. Da der Sonnenverlauf aber eine ziemlich exakt bestimmte Sache ist, kann die Größe und Ausrichtung entsprechend angepasst werden.
Bei Farben bin ich mir nicht sicher, bzw. würde das nicht als kritisch ansehen. Das indirekte Licht kommt ja nicht nur von der Veranda selbst.
Vor allem für Migräne-Patienten: Wenn es nicht möglich ist, die Wohnung komplett abzudunkeln, sollte das als grobe fahrlässige Körperverletzung zählen.
Meine Nachbarn schauen gelegentlich Abends fern. Sie sind außerdem schwerhörig. Im Büro hör ich das Gefasel gerade laut genug, dass ich es knapp nicht verstehen kann. Mein Schlafzimmer, am fernen Ende der Wohnung, kriegt immernoch ein leises Gemurmel mit, was vor allem dann auffällt wenn alles andere still ist.
Mich persönlich juckt das nicht, ich kann auch bei Lärm meistens gut einschlafen, aber meine Frau ist da halt sensibel, vor allem bei Migräne-Anfällen. Hab ich die grobe Körperverletzung schon erwähnt?
Wenigstens scheint das Haus keine Kinder mehr zu beheimaten. Die letzte Wohnung war auch in einem mäßig gedämmten Haus mit Kindern über uns (wobei deren Krach meistens zum Glück schnell unterbunden wurde) und einer Nachbarin, die einfach keine Hunde haben sollte.
Weiß nicht genau, ob du das ernst meinst, aber nur weil manche Menschen unter Migräne leiden eine Vorschrift für alle Wohnungen zu haben, dass die komplette Wohnung komplett verdunkelt werden kann, finde ich jetzt schon ziemlichen Quatsch.
Erstens können die Betroffenen dann ja bei der Wohnungswahl auf diese Aspekte besonders achten und zweitens kann man das auch ohne Rolläden relativ leicht von innen nachrüsten durch lichtdichte Vorhänge, Rollos etc. Es wird ja auch nicht jede Wohnung rollstuhlgerecht gebaut.
Das war als versuchter Humor überzogen formuliert. Für Menschen mit akutem Migräneanfall (oder zumindest für die, die ich kenne) sind Licht oder Störgeräusche teilweise extrem unangenehm, und wenn Stimmung und Geduld eh schon von den enormen Schmerzen strapaziert sind, verleitet das zu einem gewissen Jähzorn. Dieses Phänomen wollte ich parodieren.
Ich glaube, da haben wir eine ideologische Differenz: ich fände es richtig und sinnvoll, wenn alle Wohnungen rollstuhlgerecht gebaut würden. Natürlich gibt es aber immer eine Diskrepanz zwischen dem Idealismus und dem pragmatischen Kompromiss mit der Realität.
Eine Vorschrift für alle bräuchte vermutlich eine ganze Latte an Ausnahmen, was dann denn Sinn einer Vorschrift für alle untergraben würde und dem Hausbau letztlich nur noch mehr Bürokratie in den Weg stellen würde wenn jeder erst ermitteln will, ob er das wirklich muss.
Wer den Luxus der Wahl hat, ja, wobei z.B. die (mangelnde) Schalldichte des Hauses auch nicht immer sofort ersichtlich ist, und gerade solche Dinge wie ein Hund, der nachts Terror schiebt, merkt man tagsüber bei Besichtigungen nicht.
Wer den Luxus nicht hat, z.B. aufgrund schmaler Budgets oder weil es nichts passendes in Reichweite gibt, hat dann halt Pech und darf leiden. Das finde ich nicht unbedingt fair.
Leider auch nicht immer. Bei unserer letzten Wohnung waren die Fenster z.B. so abgeschrägt konstruiert, dass keine Klemmlösung für Rollos oder Gardinen gehalten hat. Vorhänge war es schwierig, welche in passender Größe für bezahlbare Preise zu finden.
Aber ja, das wäre dann ein Kompromiss zwischen Ideal und Realität: Wo keine Rolläden sind, muss es möglich sein, selbst für Verdunkelung zu sorgen.
Grundsätzlich finde ich aber, Rolläden sind eine gute Idee.
Am Beispiel von Barrierefreiheit: Wir verbauen Rampen an öffentlichen Gebäuden, nicht weil alle oder auch nur viele sie brauchen, sondern obwohl es nur wenige sind, die sie brauchen, damit alle einen Zugang haben. Für diejenigen, die es nicht brauchen, bringt es keinen Nachteil, aber für die, die es brauchen, ist es eben… naja, eine Barriere weniger um an der Gesellschaft teilzuhaben.
Im gleichen Gedanken halte ich die universelle Verfügbarkeit von Abdunklung auch unterm Strich für einen Gewinn: Wer sie nicht braucht und keine Verwendung dafür hat, lässt sie halt oben. Wer sie nicht braucht kann vielleicht trotzdem Nutzen daraus schlagen. Wer sie braucht, dem wird aber was fehlen wenn sie nicht vorhanden sind.
Ich denke, die Wünsche, die Menschen in Bezug auf ihren Wohnraum haben, sind ziemlich individuell. Sehr große Menschen möchten höhere Decken und Türen, sehr kleine Menschen brauchen diese Höhe nicht. Für rollstuhlgerechtes Wohnen braucht es sehr breite Türen, Flure, Fahrstühle, besondere Rettungswege etc., was zu viel zusätzlicher Fläche führt. Manche bevorzugen eine Dusche, manche eine Badewanne.
Wenn man jede Wohnung so bauen möchte, dass sie allen Eventualitäten und Wünschen gerecht wird, führt das zu einer extremen Verteuerung der Preise für Wohnraum.
Und ich denke der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum dürfte so ziemlich der sein, den die allermeisten Menschen gemeinsam haben.
Aus meiner Sicht ist es also durchaus der richtige Weg, wenn man ein Stück weit davon abrückt, jede Eventualität beim Bauen als Norm vorzuschreiben. Zumindest für die Dinge, die man (ggf. mit Kompromissen) nachrüsten kann.
Da hast du absolut Recht. Das ist der Punkt wo mein Ideal (passt für alle) auf die Realität trifft (zu teuer) und nachgeben muss.
Ich neige dazu, das Ideal zu verfechten, da die Realität und allgemeine Trägheit gegenüber Änderungen ohnehin dagegenhalten, und ich lieber versuche was zu verbessern und einsehen wo es nicht geht, als es gar nicht erst zu versuchen. Da finde ich solche Diskussionen wertvoll, um eben diese Konflikte aufzuzeigen und meine Grundhaltung durch kritische Betrachtung zu einer Synthese zu verfeinern.
Zumindest der aktuell sinnvolle, aber das ist letztlich Wortklauberei. Richtig fände ich, wenn bauen schon gar nicht so teuer wäre, aber wir sind zumindest über die politische Realität einig.
Danke für das Gespräch :-)