Ich hab mal eine Weile im Ruhrgebiet gewohnt und da begegnet einem überall diese Kohlekumpel-Zechen-Glorifizierung. Eigentlich eine echte Kackidee das mit der Kohle. Da sterben tausende Kumpels an Staublunge. Es ist ein Knochenjob. Das ganze Land sackt ab und würde in den Fluten versinken, wenn man nicht ständig das Wasser abpumpen würde. Man hat riesige Mengen CO2 produziert und die ganze Gegend mit Ruß verqualmt. Und jetzt hat man dann noch riesige Abfallberge rumliegen … und feiert das fleißig.
Und was ist das in eurer Region?


Hmm stimme dir das zu, das es eher um die Menschen als um den Energieträger geht. Und in den Industriemuseen wird das ganze auch durchaus kritisch aufgearbeitet.
Aber das gleichzeitig eine eher unkritische Romantisierung der Vergangenheit stattfindet, finde ich auch schwer bestreitbar.
Die “Kumpel”-Postkarten, die man an jedem Bahnhofskiosk kriegt, “Glück Auf” als Gruß usw … je länger der “schmutzige” Teil zurückliegt, desto mehr werden manche Dinge zum “Lokalkolorit”, bei dem die wenigsten an die großen Arbeitskämpfe denken, der sich aber gut vermarkten lässt.
So zumindest mein Eindruck, der ich die ersten drei Jahrzehnten meines Lebens dort verbracht hab …
Ich kann mich gar nicht mehr ganz dran erinnern wo das war aber in einem Museum gab es einen Bereich über Kinderarbeit im Bergbau. Das war gruselig. Kann man mich an nicht viel von dem Ausflug erinnern aber das war ein seltsames Gefühl Arbeitshosen in Kindergröße zu sehen :(