Aber Achtung: Natürlich ist es super, wenn man in einer liebevollen Partnerschaft ist, regelmäßig Sex haben kann und sich gegenseitig unterstützt und supportet. Eine Beziehung ist aber halt auch nicht das Allheilmittel und man kann nicht vom Partner erwarten, dass dieser einen gewissermaßen “therapiert” und im Alleingang das Leben verbessert. Und eine schlechte Partnerschaft mit einem bekackten Partner macht das Leben auch schlechter.
Was der da sagt!
Also ich finde solche Studien ehr schädlich als hilfreich. Die wahrgenommende Verengung von Gemeinsamkeit auf romantische Paarbeziehungen im Erwachsenenalter (insb. nach Abschluss des Studiums) ist einer der Hauptgründe für die zunehmende Vereinsamung in unserer Gesellschaft. Und das ist meiner Meinung nach was diese Studie gemessen hat, aber völlig fehlinterpretiert.
Ich finde nachvollziehbar, dass Beziehungen ganz plump evolutionär Sinn machen. Daher glaube ich auch, dass man das Problem der Einsamkeit nicht darauf schieben kann, dass rein die gesellschaftliche Erwartung zur Einsamkeit führt. Zwar haben wir es in modernen Gesellschaften geschafft, über Fortpflanzung und Kindeserziehung hinaus Beziehungen zu etablieren, die zudem „unnötig“ (aus biologischer Sicht) lange halten. Aber meiner Meinung nach bleibt biologisch in uns verankert der Wunsch nach einer festen Bindung mit einer Person. In der besten Freundschaft kommt eben auch der Punkt, an dem Du alleine im Bett liegst oder Freundin Nr. 2 genau so wichtig für deine beste Freundin ist, wie Du.
Wir sollten aufpassen, nicht jedes „alte“ Konzept als exotisch sehen zu wollen, nur weil wir in einer schnelllebigen Zeit leben. Vielleicht genau aus dem Grund.
Wir sollten aufpassen, nicht jedes „alte“ Konzept als exotisch sehen zu wollen, nur weil wir in einer schnelllebigen Zeit leben. Vielleicht genau aus dem Grund.
Die insuläre kleinst Familie (ob jetzt mit oder ohne Kinder) ist aber ein relativ neues Konzept das eigentlich erst so richtig in den 1960er Jahren aufgekommen ist.
Das “biologische” Argument ist ebenfalls wenig stichhaltig da Menschen die überwiegende Zeit ihrer Existenz in Kleingruppen von ca. 30 Personen verbracht haben und es nach meinem Wissen wenig bis keine festen Paarbeziehungen über die direkte Notwenigkeit der Säuglingsversorgung hinaus gab. Wenn wir Papageien wären würdest du vielleicht recht haben 😅
Es geht doch um Beziehungen. Egal, ob die in größere oder kleinere Gruppen eingebunden sind. Auch mit einer Kleingruppe von 30 Personen wird das Individuum nach einer Beziehung suchen, auch wenn eine solche Gruppe erstmal besser auffängt.
Auch heute ist es nicht die Regel, dass sich ein Paar abkapselt und nicht in Freundes- und Bekanntenkreise eingebunden ist. Aber die sind eben kein 1:1 Ersatz für Beziehungen.
Ich habe ja angemerkt, dass wir über Zeugung und Kinderversorgung hinaus Beziehungen entwickelt haben. Aber willst Du als Kritik an den Ergebnissen der Studie jetzt wirklich argumentieren, dass wir nichts weiter zum Glücklichsein brauchen, als eine Gruppe von Neandertalern damals hatte?
Nein, mein Argument ist anders. Die Verengung auf Paarbeziehungen in unserer Gesellschaft führt dazu das Menschen die dies nicht unbedingt als so wichtig erachten (scheinbar eine wachsende Gruppe) ausgeschlossen werden und vereinsamen.
Klar gibt es Paare die sich abkapseln, aber das eigentliche Problem ist das man als Single zunehmend ausgeschlossen wird wenn alle Freunde in festen Paarbeziehungen sind (und Kinder beschleunigen das noch mal massiv). Gleichzeitig sind alle Orte wo Singles unter sich sind quasi implizit Partnerschaftssuchveranstaltungen, und die die einen Partner dort gefunden haben sind dann oft schnell weg.
Zusammen ist man weniger alleine. Und wenn es nur in einer WG ist.
Klingt jetzt alles nicht wirklich überraschend.
Mist
Verrückt…






