Essay von Anne Brorhilker
Wirtschaftskriminalität wirksam zu bekämpfen, könnte den Fiskus massiv erleichtern. Um das zu ermöglichen, ist auch ein Umdenken notwendig.
Essay von Anne Brorhilker
Wirtschaftskriminalität wirksam zu bekämpfen, könnte den Fiskus massiv erleichtern. Um das zu ermöglichen, ist auch ein Umdenken notwendig.
Ja, wirklich. Ich weiß, dass unsere Polizei z.T. harte Probleme hat. Aber es ist halt auch nicht so wirklich verkehrt, dass du die 110 anrufen kannst, wenn du ein Verbrechen siehst und dann kommt wer. Oder dass jemand kommt und ermittelt, wenn jemand umgebracht wird. Oder … dass es gar Leute gibt, die ermitteln, wenn es Hinweise auf Steuerhinterziehung gibt
Verbrechen entstehen nicht im Vakuum, sondern haben empirisch nachweisbar einen langen sozio-ökonomischen Vorlauf, aka Armut und Prekarität sind ausschlaggebend. Das löst man nicht, indem man diese Leute in ihre Löcher zurückprügelt, sondern indem man das aufwändig und langfristig psychologisch und kulturell bearbeitet. Dafür ist die Polizei in keinster Weise ausgerüstet noch ist das deren Kompetenz. Mehr noch, sie kann Dinge aktiv schlechter machen, wenn sie Gesetze bevorzugt durchsetzt, die vor allem Arme und Mittellose trifft, was die Abwärtsspirale weiter vorantreibt.
Ermittlung bei Steuerhinterziehung wird meines Wissens vom Finanzministerium bzw. den Finanzämter umgesetzt.
Insofern war die Anmerkung oben von 🦄🦄🦄 berechtigt.
Btw ist die Polizei bei allen physischen Ermittlungen (Durchsuchungen etc.) dabei, je mehr Polizisten verfügbar sind desto leichter ist es, bei solchen Ermittlungen Druck aufzubauen.
Anne Brorhilkers Schilderungen dazu, wie sie “Ortstermine” angegangen ist und wie konträr dies zu der bisherigen Vorgehensweise stand sind auch sehr eindrücklich. (Beispielsweise im J&U interview)
Neee war sie nicht, was du sagst ist zwar richtig, trotzdem geht’s nicht ohne Polizei.
Es liegt doch daran wie Polizei arbeitet. Ich fände es schon auch gut wenn unsere Polizei (ich weiß das vergessen sie manchmal selbst, aber es ist unsere) nicht Berge an Überstunden (vor sich her) schieben müsste, denn überarbeitete Polizisten sind ein Risikofaktor und die zu knappe Personalausstattung ist ein unterstützender Faktor warum Gesetze selektiv angewandt werden.
Ich bin kein Freund der Polizei, hatte auch schon mehrfach.auf sehr blöde Art und Weise mit ihnen zu tun und hab noch mehr, noch blödere Dinge von Bekannten mitbekommen. Aber zu sagen “mehr Polizei = mehr schlecht; weniger Polizei=mehr gut” ist doch einfach viel zu Plump und undifferenziert.
Würde ich alle Priorität auf mehr Polizei legen? Definitiv nicht. Die Bemerkung war trotzdem nicht richtig.