• RanzigFettreduziert@feddit.org
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    1 month ago

    Jetzt mal ehrlich, ein Kollege hat aufgehört und fährt jetzt LKW, er meinte einen Tausender mehr und kein WE mehr arbeiten. Letztens habe ich einen alten Bekannten getroffen, er fährt jetzt auch LKW und verdient 4k Netto. Da bin ich fast vom Glauben abgefallen. Nicht falsch verstehen, ich gönne es jedem, aber da zweifle ich schon an meinem Gehalt, samt Nacht-, Feiertags- und Wochenendzulagen komme ich nicht in diese Nähe.

    • Gyroplast@pawb.socialOP
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      1 month ago

      Tja™.

      Und nicht den Fehler machen und kurz in Richtung Heil- und Pflegeberufe schauen. Selbst trotz Manteltarif ist die Bezahlung bodenlos, von der “betrieblichen Übung” in flexibler Auslegung des ArbZG noch nicht einmal gesprochen. Und dann kommt so’n Dulli wie ich daher und “arbeitet” gemütliche 24 Stunden pro Woche, 100% daheim am Rechner, für eine unverhältnismäßig hohe Bezahlung, nur weil meine Interessenlage zu einem Kompetenzprofil geführt hat, das die unsichtbare Faust des Marktes für äußerst profitabel und nutzbar hält.

      Unsere “marktüblichen” Metriken zur wortwörtlichen Bewertung von Arbeit sind komplett hanebüchen. Und dann werden Hände ringend modellkonforme Gründe gesucht (Fachkräfte! Arbeitszeit! Kündigungsschutz!), wenn das System sichtbare Risse bekommt, weil Menschen nicht mehr existieren dürfen. Hauptsache, die “Jeder kann es schaffen”-Legende wird weiter kolportiert, unter Auslassung des Zusatzes “…wenn er bereit ist, seine Mitmenschen auszubeuten”.

      Bah. Ich wär’ lieber im Alter konservativer Spießer geworden, wie es mir versprochen wurde. Stattdessen… [wildes Gestikulieren] das alles hier!

      • realitaetsverlust@piefed.zip
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        1 month ago

        Selbst trotz Manteltarif ist die Bezahlung bodenlos … Und dann kommt so’n Dulli wie ich daher und “arbeitet” gemütliche 24 Stunden pro Woche, 100% daheim am Rechner, für eine unverhältnismäßig hohe Bezahlung, nur weil meine Interessenlage zu einem Kompetenzprofil geführt hat, das die unsichtbare Faust des Marktes für äußerst profitabel und nutzbar hält.

        Gut, das ist aber auch nicht das Problem. Die Pflege ist einfach nicht so profitabel wie die Entwicklung von irgendwelcher IT-Infrastruktur. Ich hab mal für ein Unternehmen gearbeitet, was mit Pflegeunternehmen gearbeitet hat und hab paar Abrechnungen gesehen - da wird finanziell teilweise schon extrem am Pfannenboden gekratzt, gerade, wenn keine Förderungen der Stadt zugeschossen werden. Klar gibt es die Ausreiser, die nach 6 Monaten nen neuen Ferrari leasen, aber das sind - in meiner Erfahrung - eher die Ausnahmen. Pfleger bringen einfach nicht die Kohle rein, die z.B. ausgebildete Informatiker o.ä. reinbringen. Das ist aber auch soweit alles okay.

        Der Fehler ist, dass systemkritische Dinge wie Pflege oder das Gesundheitswesen überhaupt in privater Hand liegen und demnach Profit abwerfen müssen … das ist das Dämliche. Es geht hier um die Gesundheit von Menschen, da sollte kein privater Investor dahinterstehen und die Hand aufhalten. Sobald Profiterwartung dabei ist, wird automatisch an allen Ecken und Enden gespart. Dass die Gehälter gedrückt werden, ist ja nur eine Sache, es wird ja auch an Patienten gespart. Ich hab mal nen Artikel gelesen, dass z.B. das Krankenhausessen in fast allen Stichproben UNGESUND ist. Im fucking KRANKENHAUS … https://www.apotheken-umschau.de/news/essen-in-deutschen-krankenhaeusern-ist-oft-ungesund-und-klimaschaedlich-1378485.html

        Die Pflege, Krankenhäuser etc. MÜSSEN in staatlicher Hand und ohne Gewinn oder sogar Selbsterhaltungserwartung geführt werden. Genauso wie der ÖPNV, Bildung etc. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt sollte dieses Geld eigentlich da sein.

        • Edna (dey/sie)@feddit.org
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          1 month ago

          Die öffentliche Hand ist genauso am Lohn drücken, dieses Jahr in der Tarifrunde haben sich die Arbeitgeber in den ersten Verhandlungsrunden geweigert unser Angebot anzugucken und nen Gegenangebot zu machen.

          Manchmal kriege ich traurige Augen, wenn ich erzähle wieviel ich ausgelernt verdienen werde. Hinzu kommt, dass sich Arbeitgeberinnen weiterhin weigern in der Pflege Praxisanleiterinnen höher zu stufen für ihre Weiterbildung oder Studiengänge angemessen zu entlohnen (außer Management ;) ).

          Das liegt auch daran, dass die Kommunen flächendeckend pleite gehen und es weder Bund noch Länder scheinbar juckt. Viel der Versorgung hängt daran und wenn die Kommunen es nicht mehr stemmen können sehen sie sich gezwungen es abzugeben. Das Krankenhaus wo ich arbeite schreibt seit Jahrzenten rote Zahlen bloß jetzt wird sich auf einmal dran gestört.