Im Prozess um die Gefährdung Minderjähriger gestand Meta-Chef Zuckerberg Mängel bei der Alterskontrolle ein. Suchtvorwürfe gegen Instagram und Co. wies der Konzern zurück.
Vor Zuckerberg hatte bereits der Chef von Instagram, Adam Mosseri, ausgesagt. Er bestritt, dass bei Menschen eine Suchterkrankung durch Social Media möglich sei. Instagram bemühe sich sehr um den Schutz junger Nutzerinnen und Nutzer, sagte er.
So eine dreiste Lüge. Social Media beeinflusst die Ausschüttung von Dopamin, das weiß doch mittlerweile fast jeder Erwachsene.
Welch ein lächerlicher Prozess. Ein Produkt herzustellen, das Leute gerne verwenden, mit dem sie gerne viel Zeit verbringen, soll also illegal sein, weil es “Sucht” verursacht. Was wird die Konsequenz daraus sein, dass Unternehmen ihre Produkte absichtlich schlechter machen, damit Leute danach nicht “süchtig” werden?
Was wird die Konsequenz daraus sein, dass Unternehmen ihre Produkte absichtlich schlechter machen, damit Leute danach nicht “süchtig” werden?
Das ist das Ziel und auch das gesellschaftliche Standardvorgehen. Wir haben diverse Produkte, die hochgradig süchtig machen und für die es sehr harte Regulierungen gibt, weil sich herausgestellt hat, dass sie gesamtgesellschaftlich schädlich sind:
- Heroin & Kokain sind nicht mehr frei verkäuflich.
- Du darfst nicht mehr überall rauchen und der Verkauf ist an Altersgrenzen gekoppelt
- Wir haben auch bei Alkohol Altersgrenzen gesetzt (auch wenn hier mehr Regulierung sinnvoll wäre)
- Starke Schmerzmittel bekommst du nur nach einem Gespräch mit einem Arzt und kannst die nicht einfach so kaufen
- Glücksspiel ist auch hart reguliert und wir sehen an der jüngeren Deregulierung, warum die Deregulierung eine ganz schlechte Idee war
- Viele Produkte darfst du nur nach einer vorherigen Prüfung und in einem bestimmten Alter verwenden. Autos etwa oder Flugzeuge oder Pestizide
Wir wissen halt, dass die großen Techfirmen ihre Produkte auf “Engagement” und “Verweildauer” auslegen und das mit vielen A/B-Tests auch wissenschaftlich begleiten. Das sind dann halt diese Suchtmechanismen und ja, wenn du diese Mechanismen als “gut” bezeichnest, dann ist die Konsequenz, dass man die Produkte “schlechter” machen muss. Was im Kern halt z.B. so Dinge bedeutet, dass man Infinite Scrolling abschafft, dass man bestimmte Pushnachrichten abschafft oder halt auch einfach eine tägliche Maximalnutzungsdauer setzt.
Es geht doch nicht darum, ob das Produkt an sich gut ist, sondern darum, dass gezielt Praktiken eingesetzt werden die Suchtverhalten begünstigen/erzeugen um user länger im Netzwerk zu halten.
Das Problem ist nicht, dass die Leute dort gern Zeit verbringen. Das Problem ist, dass Algorithmen im Hintergrund auf “Engagement maximierung” ausgelegt sind, was einen ganzen Haufen Probleme mit sich bringt. Ob Sucht wirklich zu diesen Problemen gehört kann ich nicht beurteilen, aber wirklich wundern würde es mich nicht.
Beurteilen kann ich aber, dass Leute in meinem Umfeld es teilweise nicht schaffen sich von den betreffenden Social Media Plattformen loszureißen und dann hinterher deswegen wirklich wütend auf sich selbst sind. Und teilweise sind die noch auf einen Haufen anderer Dinge wütend, je nachdem was denen vom Algorithmus reingespielt wurde. Den Account dort zu löschen schaffen Sie aber auch nicht.


