Rainer Moormann, ehemaliger wissenschaftlicher Angestellter an der Kernforschungsanlage Jülich, mit einem Vortrag auf der Veranstaltung „60 Jahre nach den Göttinger 18: Deutschland atomwaffenfrei oder Nuklearmacht?“. Aus Verantwortung „Nein“ gesagt zu haben zum deutschen Griff zur Atombombe, das ist die historische Leistung der Wissenschaftler, die 1957 den Aufruf der Göttinger 18 unterzeichneten und eine Mitarbeit an der Bombe verweigerten. Weiterhin „Nein“ zur Atombombe zu sagen ist 60 Jahre danach von bleibender, dramatischer Aktualität – nicht nur wegen der milliardenschweren “Modernisierungsprogrammen” in allen Atomwaffenstaaten. Die Weigerung der Bundesregierung, sich an den UN-Verhandlungen zu einem Verbot von Atomwaffen zu beteiligen, ist ein politscher Skandal. Welchen Wert haben dann einmütige Beschlüsse des Deutschen Bundestages für eine Welt ohne Atomwaffen? Die neu aufkommende Diskussion über einen deutschen Griff zur Bombe oder einer europäischen Atombombe als Reaktion auf die Politik eines aufrüstungswütigen Präsidenten der USA zeigt, Atomwaffen und ihre Abschaffung müssen wieder ein gesellschaftliches Thema werden.



Die Rechenkapazität dürfte kein großes Problem sein, simulierte Tests werden schließlich seit den 80ern durcheführt. Auch das Thema Trägersystem dürfte - politischer Wille vorausgesetzt - nicht das große Problem sein. So weit ich weiß (ich meine, das stand mal in “Soldat und Technik”) ist der Taurus Marschflugkörper durchaus zur Verbringung von Atomwaffen geeignet…
Die Frage wäre aber eher: Warum sollte man sich so ein teures Programm leisten?
Mal ganz amoralisch gedacht: Hätte es nicht einen höheren Abschreckungsfaktor riesige Drohnenschwärme, komplett autonom agierend, auf feindliche Infrastruktur loszulassen?
Um wirklich Atommacht zu sein braucht man Zweitschlagfähigkeit. Israel füllt diese Rolle mit in Deutschland gebauten U-Booten mit nuklearer Bewaffnung in Form von Marschflugkörpern. Eventuell kann man Popeye Marschflugkörper von Israel kaufen oder selbst in Lizenz fertigen.
Schweden denkt auch über nukleare Bewaffnung nach, eventuell gemeinsam mit den nordischen Nachbarn. Da könnte Deutschland vielleicht auch dabei sein in Form eines Allgermanischen Atombunds.
Deutschland hat auch eine Raketenindustrie und sehr gute Forschung für Hyperschallwiedereintrittskörper. Mittelstrecken- und Interkontinentalraketen sind also durchaus denkbar.