„Gehen wir nachher noch Kino?“, „Ich bin mal Bäcker“. So redet doch keiner – dieser Meinung war Dr. Diana Marossek. Doch sie wurde eines Besseren belehrt. Kontraktionen und Artikel werden in Gesprächen einfach weggelassen. Beschimpfungen dienen als Kommunikationsmittel – jeden Tag und zwischen Menschen mit verschiedenen Hintergründen. Zehn Jahre lang hat die Sozio-Linguistin zu dem Thema geforscht und versucht herauszufinden, warum Menschen so sprechen. Stundenlang ist Diana Marossek in Berlin Ringbahn gefahren und hat in Cafés gesessen, um Menschen beim Sprechen zuzuhören. Als Referendarin getarnt hat sie auf Schulhöfen den Gesprächen der Schüler gelauscht. Insgesamt hat sie dabei über 5000 Menschen für ihre Studie zugehört. Bei ihrer Recherche fällt Diana Marossek auf: In der Literatur wird die Ausdrucksweise immer wieder als “Türkendeutsch” oder “Assi-Sprech” bezeichnet. Dabei sprechen doch viele deutsche Muttersprachler so. In ihrer Doktorarbeit wird aus Kiezdeutsch kurzerhand Kurzdeutsch – eine neue Bezeichnung für den alltäglichen Sprachstil ist geboren.
In welcher Litereatur wird das denn ernsthaft “Türkendeutsch” genannt?
Edgy Milieu-Romane vermutlich.
Ich kenne es nur aus der alltäglichen Umgangssprache, aber eigentlich eher “Assi-Deutsch”, weil nicht abwertend gegenüber Türkischstämmigen.
Im Boomerdeutsch hab ich das mitbekommen. Auch “Türkteutonisch” ist ein Ausdruck.
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Bei mir geht’s auch.
Wie guckst Du es?
Die englischsprachige Fehlermeldung ist allein schon seltsam… Opfer von Geo-IP-Filterung weil VPN noch aktiv?Bei mir gehts
Ich halte ihre „Studie“ für etisch bedenklich und Frage mich ob sie ggf. noch andere Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens und Prozessen eher locker gehalten hat.
Um die Sprache richtig auswerten zu können müsste sie diese aufzeichnen oder ausschreiben, das kann unter Umständen eben problematisch sein je nach dem wie sie das eben gemacht hat.
Vom Prozess mal abgesehen, sie war also ausschließlich in Berlin unterwegs? Das ist ja im besten Falle repräsentativ für gewisse Gruppen oder Regionen in Berlin.
Soviel Kritik anhand eines science slam Ausschnitts von vor zehn Jahren?
Ich habe die betreffende Doktorarbeit zumindest nicht gefunden. Allerdings habe ich selber ein bisschen Linguistik studiert, weshalb noch deine ethischen “Bedenken” interessieren: Unterstellst du der Ethik Kommission ihrer Universität Pfusch oder berufst du dich auf spezifische Lücken in der Methodik der Doktorarbeit?
Grammatikalische Auffälligkeiten und -Verteilung kann ich auch ohne Tonaufnahme erfassen und bedarf dann übrigens auch weder Zustimmung noch irgendwelchen Freigaben soweit mir bekannt.
Ich halte deine Verurteilung der Arbeit eines anderen Menschen ohne klare belege wir jeden Fall für ethisch deutlich verwerflicher.
Im Zweifel und woy Angeklagte…
Zum ersten Punkt, wie andere auch kann ich das Video nicht ankucken. Daher habe ich nur was im text des Posts steht. Da steht weder dass das Video zehn Jahre alt ist noch das die Studie die da angesprochen wurde die Doktor Arbeit der Frau ist. Das ist also beides wissen was ich nicht habe, und and dieser Stelle auch nicht überprüfen kann.
Es steht im text nichts zu der Art und Weise wie die Daten gesammelt wurden und die Bedenken beziehen besonders auf die in der Schule gesammelten Gespräche. Als Referendar aufzutreten und Schüler „zu belauschen” ist was ich als fragwürdig einstufe. Besonders dann wenn man berücksichtigt, dass tieferes wissen nicht bekannt ist.
Darüber hinaus ist es mmn Teil des wissenschaftlichen Prozesses diese Gespräche als Datensatz zu haben, ohne eine entsprechende Aufzeichnung dieser fehlt der Studie eine gewisse Glaubwürdigkeit. Weil man eben nicht nachvollziehen kann wo diese eben herkommen und ob sie ggf durch selektives Hören den ansonsten richtigen Sprachgebrauch nicht aufgezeichnet hat. Das beugt einem bias eben vor.
Eine Studie zu kritisieren ist nunmal Teil des wissenschaftliche Prozesses, du kritisierst ja auch meine Kritik ohne Beläge und dennoch lernen wir alle etwas dazu. Man braucht auch keine speziellen Gründe um eine Studie zu hinterfragen. Ist eine Studie richtig aufgebaut dann werden solche Bedenken dort in der Studie selbst angesprochen oder mit berücksichtig.
Du schreibst Berge von Text ohne das Video gesehen zu haben?






